Lügen haben … die falschen Augenbewegungen?

Spätestens seit NLP glauben wir, Lügen an den Augenbewegungen des Gegenübers erkennen zu können. Eine aktuelle Studie aus Cambridge widerlegt diesen Mythos.

NLP zufolge lügt ein Mensch, der während einer Aussage nach rechts oben blickt. In einem Experiment wurden einige Probanden dazu aufgefordert, zu einem Sachverhalt zu lügen, einige Probanden sollten die Wahrheit sagen. Das Experiment wurde auf Video aufgezeichnet. Die Auswertung ergab keinen Zusammenhang zwischen Wahrheitsgehalt der Aussage und der Blickrichtung.

Es wurden auch Videoaufnahmen von Vermisstenmeldungen analysiert, wovon ein Teil nachweislich Lügner zeigten. Auch hier ließ sich kein Zusammenhang zwischen Unwahrheit und Blickrichtung nachweisen.

Nachgewiesen ist allerdings seit geraumer Zeit, dass die Augenbewegungen tatsächlich mit dem Abruf von Wissen oder einer Geschichte zu tun haben, aber eben nicht damit, ob jemand die Geschichte erfindet oder tatsächlich erlebt hat.

Vielleicht müssen wir auf der Suche nach der Unwahrheit weiterhin eher auf unser ‚Bauchgefühl‘ hören, als auf die Augenbewegungen beim Sprechen zu achten.

Beate Hensel M. A.

Quelle: www.plosone.org/article/info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.pone.0040259