Warum wir uns an einmal getroffene Entscheidungen klammern…

Kennen Sie das? Sie warten geduldig auf den Bus, obwohl der schon vor vielen Minuten hätte kommen müssen?! Oder Sie halten an einem Leasing-Fahrzeug fest, welches inzwischen viel zu teuer für Sie ist?! Sie fühlen sich einmal getroffenen Entscheidungen weiterhin verpflichtet. Doch warum ist das so?

Forscher der schwedischen Lund-Universität und der chinesischen Peking-Universität untersuchten, wie sich positive oder negative Gefühle auf das ‚eskalierende Commitment‘ auswirken. Psychologen ist dieser  Effekt des ‚eskalierenden Commitment‘ bekannt: man fühlt sich einer einmal getroffenen Entscheidung weiterhin verpflichtet, obwohl diese Verluste einbringt. Die Forscher haben herausgefunden, dass bei der Emotionen Scham die Tendenz zunimmt, an Entscheidungen festzuhalten, bei den Emotionen Ärger und Dankbarkeit nimmt sie hingegen ab. Die Emotion Hoffnung hat keinen Effekt gezeigt.

Grundsätzlich zurückzuführen sollen diese Effekte auf das Verantwortungsgefühl sein. Bei Scham sieht man diese Verantwortung wohl eher bei sich selbst, bei Ärger und Dankbarkeit vermutet man sie wohl eher bei anderen Personen. Damit werden auch Erkenntnisse aus früheren Studien bestätigt, die aufzeigen konnten, dass das Gefühl der Eigenverantwortung ‚eskalierendes Commitment‘ verstärkt, da der Verantwortliche den bisherigen Aufwand versucht vor sich und anderen zu rechtfertigen.

Es ist vorgesehen, weitere Emotionen wie etwa Stolz zu untersuchen.

Die Ergebnisse sind weiterhin forschungsleitend. Es wird bereits darüber diskutiert, welche Gegenstrategien entwickelt werden könnten, um dahingehend Gefühle besser zu regulieren.

Beate Hensel M. A.